Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma trauert um die Holocaustüberlebende Grete Groß

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Die Holocaust-Überlebende Grete Groß verstarb am vergangenen Montag, den 30. November 2015, in Augsburg. Sie war dem Dokumentations- und Kulturzentrum und dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma über viele Jahre eng verbunden und nahm an zahlreichen vom Zentrum organisierten Gedenkfahrten teil.

Geboren wurde Grete Groß am 3. September 1940 im Zwangslager Salzburg-Maxglan, das die Nationalsozialisten nach dem „Anschluss“ Österreichs eingerichtet hatten und wohin ihre Familie verschleppt worden war. Während ihre Schwester Aloisia nach Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet wurde, konnte die restliche Familie der Deportation nach Auschwitz entgehen und bis Kriegsende in der Illegalität überleben. Zahlreiche Verwandte fielen dem nationalsozialistischen Völkermord zum Opfer.
Nach der Befreiung durch amerikanische Truppen lebte Grete Groß zunächst in Bayern in der Nähe der österreichischen Grenze, später in Mainz. Ihre letzten Lebensjahre verbrachte sie in Augsburg.

Wir werden Grete Groß ein ehrendes Andenken bewahren.

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