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Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder haben beschlossen, dass es eine Regelung zum Erhalt der Grabstätten geben wird

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Wie Ihr wisst, setzen wir uns zusammen mit unseren Landesverbänden dafür ein, dass die Gräber unserer Menschen, die Opfer der NS-Verfolgung wurden, nach Ablauf der Ruhezeiten dauerhaft als Familiengedächtnisstätten geschützt werden. Sie sollen die „ewige Ruhe“ erhalten. In vielen Fällen wurden betroffene Gräber von den Städten inzwischen als Ehren- oder Dauergräber  erhalten bzw. unter Denkmalschutz gestellt. In anderen Fällen wurden Gebühren für Grabverlängerungen ausgesetzt.

Am 8. Dezember 2016 haben die Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder einen Beschluss gefasst, dass es jetzt eine mit Bund und Ländern abgestimmte Regelung zum Erhalt unserer Gräber geben wird. Diese Regelung soll im Jahr 2017 in Kraft treten. Derzeit wird zwischen der Bundesregierung und den Ländern beraten, wie die Regelung genau umgesetzt werden kann. Fest steht, dass sich Bund und Länder mit je 50% an den Kosten für den Erhalt der Grabstätten beteiligen werden.

Der Zentralrat hat im Mai 2016 eine umfangreiche Broschüre mit dem Titel „Dauerhafter Erhalt der Grabstätten NS-verfolgter Sinti und Roma“ veröffentlicht. Dort wird über unsere Initiative zum Erhalt der Grabstätten informiert. Ihr könnte diese Broschüre entweder  über unser Büro in Heidelberg bestellen, oder hier anschauen und herunterladen.

Die Bundesländer Hamburg, Bayern und Hessen haben zum Erhalt der Grabstätten Übergangsregelungen auf Landesebene getroffen, die auch eine Kostentragung beinhalten.

Erhalt der Grabstätten in der Freien und Hansestadt Hamburg
Nach der Hamburger Regelung können Nutzungsberechtigte an einer Grabstätte, deren Ruhezeit in absehbarer Zeit abläuft, sich an das Amt für Wiedergutmachung der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration wenden. Dort wird in jedem Einzelfall anhand der Wiedergutmachungsakten die „Verfolgteneigenschaft“  der Bestatteten überprüft. Wenn es sich bei den Bestatteten um Verfolgte des Nationalsozialismus handelt, wird vom Amt ein Antrag an die Gräberfürsorge der Hamburger Geschwister-Scholl-Stiftung gestellt, die Grabnutzungs- (Verlängerungs-) Gebühren zu übernehmen. Betroffene können sich direkt an folgende Adresse wenden:

Amt für Wiedergutmachung Hamburg
Adolph-Schönfelder-Straße 5
22083 Hamburg
Telefon: 040 – 428634398

Erhalt der Grabstätten im Freistaat Bayern
Auch in Bayern werde der Erhalt der Grabstätten NS-verfolgter Sinti und Roma sicher gestellt und die Kosten für die Ruhezeitverlängerung übernommen. Die Abwicklung erfolgt über die Stiftung Bayerische Gedenkstätten und in enger Zusammenarbeit mit unserem Landesverband in Bayern. Grabnutzungsberechtigte können sich wegen der für die Verlängerung des Grabrechts anfallenden Kosten an unseren Landesverband in Nürnberg wenden, wenn:

  • es sich um ein Grab holocaustüberlebender Sinti und Roma handelt;
  • es sich um die Verlängerung einer bereits bestehenden Grabstätte handelt.
  • sich das Grab in Bayern befindet;
  • und dem Landesverband ein Original des Gebührenbescheides der Friedhofsverwaltung übersandt wird.

Nach Überprüfung der Verfolgteneigenschaft reicht der Landesverband die Originalrechnung vom Friedhof bei der Stiftung Bayerische Gedenkstätten mit der Bitte um Kostenübernahme ein. Unter die Regelung fallen nicht die für Neubestattungen und  Hinzubestattungen anfallenden Gebühren.

Im Falle ablaufender oder abgelaufener Grabrechte können sich Betroffene direkt an unseren Landesverband in Nürnberg wenden:

Verband Deutscher Sinti und Roma Landesverband Bayern e.V.
Nordring 98 a
90409 Nürnberg
Telefon: 0911-9928793

Erhalt der Grabstätten in Hessen
Im Juni 2016 entschied der hessische Landtag bis zum Vorliegen einer bundeseinheitlichen Regelung übergangsweise Mittel bereitzustellen, um den Erhalt der Grabstätten NS-verfolgter Sinti und Roma im Land Hessen zu sichern. Betroffene, die Grabstätten überlebender Angehöriger in Hessen pflegen, wenden sich bitte an unseren hessischen Landesveband:

Verband Deutscher Sinti und Roma
Landesverband Hessen e.V.
Annastraße 44
64285 Darmstadt
Tel.: 06151-377740

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