Veranstaltung zum Gedenken an die Deportation der Münchner Sinti und Roma am 13. März 1943

Am 13. März 2018 gedachte München  der vor 75 Jahren von der Münchner Polizei ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportieren Sinti und Roma. Bei der Gedenkveranstaltung für geladene Gäste im Sitzungssaal des Neuen Rathauses sprachen der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, Erich Schneeberger, der Vorsitzende des Verbands Deutscher Sinti und Roma in Bayern und der Münchner Polizeipräsident Hubertus Andrä.

In seiner Rede betonte Rose, dass es beim Gedenken nicht um Schuldzuweisung an die Enkel und Urenkel gehe, sondern um Wehrhaftigkeit und um gelebte Verantwortung für unsere demokratische Kultur und die Grundlagen unseres Zusammenlebens gehe: „Historisches Erinnern ist ein wesentlicher Beitrag für unsere heutige Zivilgesellschaft, in der Diskriminierung von Minderheiten oder die Ausgrenzung Andersdenkender keinen Platz mehr haben dürfen.“

Polizeipräsident Andrä verdeutlichte, dass es für die Angehörigen der Münchner Polizei wichtig sei, nicht zu vergessen, sondern sich zu erinnern und zu gedenken. „Die Verbrechen der Münchner Polizei werden nicht in Vergessenheit geraten. Die Vergangenheit mahnt uns an unsere Verantwortung heute und in Zukunft“, so Andrä.

Veranstaltungen zum Gedenken an die Deportationen der Münchner Sinti und Roma:

 

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