Fachtagung in Berlin: Antiziganismus in den Medien

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Datum
24.10.2018
10:00 - 17:00 Uhr

Veranstaltungsort
Tagungshaus am Hauptbahnhof (Stadtmission)
Lehrter Straße 68
10557 Berlin


Aus der Veranstaltungsankündigung von Amaro Foro:

Amaro Foro führt seit 2014 ein systematisches Medienmonito­ring durch, bei dem die Berichterstattung zum Thema „Roma“ in den Berliner Zeitungen berücksichtigt wird.
Die jährliche Auswertung dient der Sichtbarmachung und Sensibilisierung der fachlichen und allgemeinen Öffentlichkeit zu den gesellschaftlichen Ausschlussmechanismen, denen zugewanderte Menschen mit tatsächlichem oder zugeschriebenem Roma-Hintergrund ausgesetzt sind. 2017 hat das Dokumentationsprojekt von Amaro Foro 252 antiziganistische und diskriminierende Vorfälle in Berlin erfasst. Darunter sind 167 gemeldete Vorfälle und 51 diskriminierende Medienberichte, außerdem 34 Beiträge aus sozialen Medien. Die Facebook -Auftritte sämtlicher Berliner AfD -und NPD- Verbände wurden erstmals systematisch und umfassend ausgewertet. Auf der diesjährigen Fachtagung soll eine Bilanz der letzten vier Jahre gezo­gen werden. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion wollen wir gemeinsam mit Journalist*innen, anderen Medienschaffenden, Jurist*innen und Wissenschaftler*innen diskutieren, welche diskriminierenden Muster in den deutschen Medien bis heute dominant sind, welche Entwicklungen es gegeben hat und wie vor diesem Hintergrund erfolgversprechende Strategien von Roma-Selbstorganisationen aussehen können. Dazu begrüßen wir u.a.:

  • Ferda Ataman, Sprecherin der Neuen Deutschen Medienmacher und Spiegel-Online-Kolumnistin
  • Jacques Delfeld, Landesverband Deutscher Sinti und Roma Rheinland-Pfalz e.V. und Mitglied im SWR Rundfunkrat (angefragt)
  • Thomas Moritz, Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Medienrecht
  • Andrea Wierich, Pressereferentin Amaro Foro

Moderation: Neue Deutsche Medienmacher

Zudem können einzelne Themen in den folgenden Workshops vertieft werden:

Workshop I:

„Die Macht der Bilder. Visuelle Repräsentationen von Rom*nja“ mit Dr. Frank Reuter, Wissenschaftlicher Geschäftsführer der Forschungsstelle Antiziganismus an der Universität Heidelberg, und Dr. Markus End, Vorsitzender der Gesellschaft für Antiziganismusforschung. In den Medien sind stereotypisierende Darstellungen von Rom*nja bzw. Menschen, die dafür gehalten werden, allgegenwärtig. Selbst harmlos erscheinende Bilder transportieren eine Fülle von jahrhundertealten Klischees. Der Workshop gibt eine Einführung in die Geschichte bildlicher Darstellungen von Rom*nja bzw. Menschen, die dafür gehalten werden, und bietet einen Raum zur Diskussion darüber, wie eine bessere Bebilderung aussehen könnte.

Workshop II:

„Auf Augenhöhe? Antiziganistische Mediendiskurse und Gegenstrategien“ mit Andrea Wierich, Pressereferentin Amaro Foro e.V. Amaro Foro dokumentiert antiziganistische Medienberichte seit 2012 und betreibt eigene Öffentlichkeitsarbeit. In dem Workshop wird ein Überblick über die typischen Klischees gegeben und über die Interventionsmöglichkeiten einer Selbstorganisation. Es gibt Raum zur Diskussion zwischen Aktivist*innen und Medienschaffenden, wie eine weniger stereotype Darstellung aussehen könnte.

Wir weisen darauf hin, dass auf der Tagung rassistische Bilder und Formulierungen thematisiert werden. Das betrifft auch den Begriff „Zigeuner“.

Das Programm wird fortlaufend aktualisiert und kann auf der Webseite www.amaroforo.de eingesehen werden.

Anmelden können Sie sich bereits jetzt hier.

Die Fachtagung findet in Kooperation mit Amaro Drom e.V. und Neue Deutsche Medienmacher e.V. statt.

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des Projektes „Dokumentation antiziganistisch motivierter Vorfälle und Stärkung der Opfer von Diskriminierung“, das von der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung, Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung (LADS) gefördert wird.