Vortrag und Gespräch in Leipzig über die Ausgrenzung von Sinti und Roma in Leipzig während des NS

Lade Karte ...

Datum
21.08.2018
19:00 - 20:30 Uhr

Veranstaltungsort
Felsenkeller Leipzig
Karl-Heine-Straße 32
04229 Leipzig


In Kooperation mit Romano Sumnal e.V. findet am 21. August ein Vortrag von Alexander Rode über die Ausgrenzung von Sinti und Roma in Leipzig statt. Außerdem wird Petra Čagalj Sejdi, Grünen-Stadträtin und Gründungsmitglied von Romano Sumnal, über die Arbeit und das Selbstverständnis des ersten Rom_nja-Vereins in Sachsen sowie ihr Engagement für ein Gedenken am historischen Ort der Riebeckstraße 63 sprechen. Dieser Ort steht beispielhaft für Kontinuitäten der Ausgrenzung und Repression von Minderheiten, denn seine Geschichte. 

Zum Vortrag: Die Ausgrenzung der Sinti und Roma begann bereits vor 1933. Städtische Behörden, Wohnungs-, Gesundheits-, Fürsorge- oder Gewerbeämter, verfolgten lange vor 1933 eine antiromaistische Politik. In der Zeit des Nationalsozialismus waren diese Einrichtungen weder vollkommen nationalsozialistisch durchdrungen noch waren sie lediglich ausführende Instanzen nationalsozialistischer Politik. Die Behörden handelten im hohen Maße eigeninitiativ. Ohne die umfassende Beteiligung kommunaler Behörden wäre die systematische Verfolgung und Ermordung der Leipziger Sinti und Roma so nicht möglich gewesen. 

Alexander Rode arbeitet an einem Dissertationsprojekt zum Thema „‘Vergessene Opfer‘ des Nationalsozialismus in Sachsen“ und untersucht dabei u.a. die Rolle und Verantwortung der sächsischen Kommunen bei der Verfolgung von nichtsesshaften Minderheiten zwischen 1933–1945.

Petra Čagalj Sejdi ist Stadträtin und migrationspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Sie ist außerdem Mitbegründerin und Vorstandsmitglied des ersten sächsischen Romavereins Romano Sumnal e.V.