Romani Rose und Montpelliers Oberbürgermeister Michaël Delafosse setzen gemeinsames Zeichen gegen Antiziganismus und für die Sichtbarkeit der Sinti und Roma

Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, begrüßte den Oberbürgermeister der französischen Stadt Montpellier, Michaël Delafosse, gemeinsam mit einer Delegation der Stadtverwaltung in Heidelberg.

Der Besuch fand im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Heidelberg und Montpellier statt. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Bekämpfung der Antiziganismus, die Förderung des kulturellen Erbes der Sinti und Roma sowie die Stärkung einer gemeinsamen europäischen Erinnerungskultur.

Oberbürgermeister Michaël Delafosse machte deutlich, dass es ihm ein besonderes Anliegen ist, die Geschichte, Kultur und gesellschaftlichen Beiträge der Sinti und Roma stärker auf die politische und kulturelle Agenda der Stadt Montpellier zu setzen. Ihre jahrhundertelange Geschichte als Teil der französischen und europäischen Gesellschaft müsse sichtbarer werden und einen festen Platz im öffentlichen Bewusstsein erhalten.

Romani Rose begrüßte dieses Engagement und unterstrich die Bedeutung einer engen deutsch-französischen Zusammenarbeit:

„Sinti und Roma sind seit Jahrhunderten Bürger ihrer jeweiligen Heimatländer und haben deren Geschichte, Kultur und Gesellschaft entscheidend mitgeprägt. Diese gemeinsame Geschichte und unser kulturelles Erbe müssen in Deutschland, Frankreich und ganz Europa stärker sichtbar werden. Die Städtepartnerschaft zwischen Heidelberg und Montpellier bietet eine wichtige Gelegenheit, gemeinsam gegen Antiziganismus einzutreten und die gleichberechtigte Teilhabe unserer Minderheit zu stärken.“

Ein weiterer Schwerpunkt war die gemeinsame Verantwortung für die Erinnerung an den nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma Europas. In diesem Zusammenhang lud Romani Rose Oberbürgermeister Michaël Delafosse und die Delegation aus Montpellier zur internationalen Gedenkveranstaltung am 2. August in Auschwitz-Birkenau ein.

Der Austausch unterstrich den gemeinsamen Willen, die Städtepartnerschaft auch für konkrete Initiativen gegen Antiziganismus sowie zur Förderung der Erinnerungskultur und des kulturellen Erbes der Sinti und Roma zu nutzen.