Zentralrat und Landesverband Hessen gedenken der Opfer des rechtsterroristischen Anschlags in Hanau

Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, und Rinaldo Strauß, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Sinti und Roma Hessen, nahmen an der Trauerfeier für die Opfer des rechtsterroristischen Anschlags am 4. März 2020 in Hanau teil. „Es war eine würdige Trauerfeier, bei der die Fassungslosigkeit der Angehörigen der in Hanau ermordeten Menschen nochmals eindringlich deutlich wurde, erklärte Romani Rose unmittelbar nach seiner Teilnahme. Die neun ermordeten Menschen lebten zum Teil seit ihrer Geburt in Hanau, auch diejenigen, die erst seit ein paar Jahren in Hanau lebten, hatten hier Arbeit, Kollegen, Nachbarn und Freunde gefunden. „Sie alle waren Hanauer, die Ermordeten gehörten zu uns, so wie wir alle zu Hessen und zu Deutschland gehören“, so Rose weiter.

Es sei aber auch deutlich geworden, dass die Vertreter der Politik auf allen Ebenen jetzt endlich die Gefahren des Rechtsterrorismus erkannt haben und gefordert sind, konkret dagegen vorzugehen. Es sei ermutigend, dass eine so große Zahl von Menschen am 4. März 2020 der Opfer gedenkt. Das Vermächtnis der neun Opfer muss es sein, jetzt konsequent jeden rechtsextremistischen Angriff auf Angehörige von Minderheiten als das zu begreifen, was er bedeutet, nämlich einen Angriff auf unsere gesamte Gesellschaft, auf Demokratie und Rechtsstaat. Rechtsextremismus und Rassismus, und das bedeutet insbesondere Antisemitismus und Antiziganismus, muss mit allen rechtsstaatlichen Mitteln entgegengetreten werden, so Rose.

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma wie auch der Hessische Landesverband stehen mit den betroffenen Familien der Opfer, die Angehörige der Minderheit waren, in Kontakt. Ebenso kooperiert der Zentralrat mit dem Beauftragte der Bundesregierung für die Anliegen von Opfern und Hinterbliebenen von terroristischen Straftaten im Inland, Professor Dr. Edgar Franke, um sicherzustellen, dass die Familien jedwede Unterstützung erhalten.