„Rassendiagnose Zigeuner“: Der Völkermord an den Sinti und Roma und der lange Kampf um Anerkennung

Datum
01.01.2020 - 31.12.2020
Ganztägig


Sylvester Lampert bei der Erstkommunion und in der Abschlussklasse der Volksschule. Im Frühjahr 1943 wurde er mit seiner Familie nach Auschwitz deportiert. © Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma

Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma ist in der jahrhundertelangen gemeinsamen Geschichte von Minderheit und Mehrheit ohne Beispiel. Dennoch war dieses Verbrechen nicht voraussetzungslos: Eine von Vorurteilen und Feindseligkeit gepräg­te Haltung gegenüber Sinti und Roma ist tief in der europäischen Geschichte verankert.

Jede Darstellung der Geschichte der Sinti und Roma steht vor dem grundlegenden Problem einer einseitigen Quellenüberlieferung. Fast alle erhaltenen Zeugnisse spiegeln den vorurteilsbeladenen zumeist abschätzigen Blick der Mehrheitsgesellschaft. Die Bilder vom „Zigeuner“ bewegen sich im Spannungsfeld von Stigmatisie­rung und romantischer Verklärung.

Im Zuge ihrer gesellschaftlichen Emanzipation haben Sinti und Roma der Blickmacht der Mehrheitsgesellschaft ihre eigene Sicht und ihre eigene Geschichte gegenübergestellt. Integraler Bestand­teil dieser Internetseite sind historische Privat- und Familienfotos von Sinti und Roma. Diese Selbstzeugnisse zeigen die Menschen in ihrer Individualität und Personalität und bilden einen wichtigen Gegenpol zu den bis heute wirkmächtigen „Zigeuner“-Klischees.

Das begleitende Internetportal (-> sintiundroma.org) zur transportable Ausstellung zum Völkermord an den Sinti und Roma und ihrem langen Kampf um Anerkennung ist eine inhaltliche und gestalterische Weiterentwicklung der ständigen Ausstellung im Heidelberger Dokumentationszentrum.