Datum
12.05.2020
20:15 - 21:45 Uhr
Veranstaltungsort
VHS Freiburg
Rotteckring 12
79098 Freiburg
Vortrag von Heiko Haumann
Die Minderheiten der Sinti und Roma sind seit dem 15. Jahrhundert immer wieder in der Freiburger Stadtgeschichte präsent. Auf dem Reichstag von 1497/98, der in Freiburg stattfand, wurden die »Zigeuner« als innerer Feind ausgemacht, der sogar für das Osmanische Reich spionieren würde. Diese antiziganistische Verschwörungsvorstellung setzte sich in Freiburg wie anderswo bis zur nationalsozialistischen Vernichtungspolitik und zu gegenwärtigen Diskriminierungsformen fort. Im Vortrag wird – nicht zuletzt an biografischen Beispielen und mit einem Schwerpunkt auf dem »Dritten Reich« – die Geschichte der Vorurteile und der Verfolgung, aber auch die Perspektive der Betroffenen dargestellt.
Heiko Haumann ist Mitherausgeber der dreibändigen »Geschichte der Stadt Freiburg« und arbeitet als Historiker neben vielem anderen zur Geschichte der Sinti und Roma im 20. Jahrhundert.
Aus der Reihe: „War da was?“ Freiburger Geschichte ungeschönt
Wenn Jubiläen gefeiert werden, werden oft die Schattenseiten der eigenen Geschichte ignoriert. Unter dem Motto „War da was?“ erinnern wir an verdrängte Kapitel der Freiburger Geschichte wie Rassismus, Kolonialismus, Antiziganismus, Migration, NS-Zeit sowie jüdisches Leben. Die Veranstaltungsreihe besteht aus Vorträgen, Stadtrundgängen und Interventionen im öffentlichen Raum
Auftakt und Schlusspunkt setzen die iz3w-Redakteur_innen Larissa Schober und Winfried Rust, die die Besonderheiten der Freiburger Erinnerungskultur sowie den Umgang mit Denkmälern in der Stadt untersuchen. Außerdem blickt Heiko Haumann auf den Umgang mit Sinti und Roma, Christoph Seidler auf die Wege und Irrwege der deutschen Rassenkunde in Freiburg. Heinrich Schwendemann betrachtet das jüdische Leben in Freiburg. Stadtrundgänge führen durch die Innenstadt und widmen sich den Themen Kolonialismus, jüdisches Leben und Migrationsgeschichte.
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