Zentralrat Deutscher Sinti und Roma erklärt sich solidarisch mit den BlackLivesMatter Protesten in den USA

George Floyd starb – wie schon so viele andere vor ihm – aufgrund der tief verwurzelten rassistischen Ideologie in den Vereinigten Staaten von Amerika und insbesondere in den Polizeidienststellen überall in den Vereinigten Staaten. Dieser Rassismus findet sich aber nicht nur dort, sondern in der ganzen Welt – auch in Deutschland. Vor weniger als drei Monaten wurden in Hanau neun Menschen bei einem rechtsterroristischen Anschlag getötet, darunter drei Sinti und Roma, allesamt junge Menschen am Anfang ihres Lebens.

In einem Brief an den Bürgerrechtler Jesse Jackson, der im letzten Jahr auf besondere Einladung bei der Gedenkveranstaltung zum Europäischen Holocaust Gedenktag für Sinti und Roma am 2. August sprach, sicherte Romani Rose jede mögliche Unterstützung zu und rief die gemeinsame Erfahrung der rassistischen Verfolgung durch die Polizei in Erinnerung: „Wir werden Ihren Kampf für Ihre Rechte auf jede nur erdenkliche Weise unterstützen. Über 500.000 Roma in Europa waren Opfer des Nazi-Holocausts und es war in hohem Maße die deutsche Polizei, die für die Deportation und Vernichtung verantwortlich war. Deshalb haben wir eine besondere Sensibilität, wenn Polizeieinrichtungen, wie in Minneapolis, offene Akte des Rassismus zeigen, die zur Ermordung von George Floyd geführt haben.“

„Es reicht nicht aus, zu demonstrieren, wir müssen unseren Platz in den gesellschaftlichen und staatlichen Strukturen einnehmen.  Nach dem Zweiten Weltkrieg begrüßten wir die Soldaten der US-Armee als Befreier vom mörderischen Nazi-Regime. Heute sehen wir mit großer Sorge, dass dieselbe Demokratie, die uns die Vereinigten Staaten gebracht haben, zunehmend von ihrer eigenen Regierung demontiert wird. Wir glauben, dass das Volk der Vereinigten Staaten stark ist, dass Sie stark genug sind, alle Herausforderungen des zunehmenden Rassismus und Nationalismus zu bekämpfen. Gemeinsam tragen wir eine gemeinsame Verantwortung für die Fragen, die für unsere Gemeinschaften und unsere Demokratien wichtig sind.“, so Romani Rose in seinen Briefen an die US-Botschaft in Berlin und den Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey.

In seinem Brief an den Bezirksstaatsanwalt von Minneapolis, Michael Freedman, betonte Rose die Bedeutung der Staatsanwaltschaft für das Vertrauen in Demokratie und Rechtsstaat: „Deshalb fordern wir (der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma), dass Sie Anklage gegen alle an dem Vorfall beteiligten Beamten erheben, einschließlich Derek Chauvin und Tou Thao. Wir vertrauen auf die nach wie vor solide Funktion der demokratischen Strukturen in den Vereinigten Staaten von Amerika, und wir erwarten eine vollständige Aufklärung.“