Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma stellt bei der Staatsanwaltschaft Heidelberg Strafanzeige und Strafantrag gegen den AfD-Bundesvorsitzenden Tino Chrupalla wegen Volksverhetzung (§ 130 StGB) und Beleidigung (§ 185 StGB). Anlass ist der Auftritt Chrupallas bei einer AfD-Wahlkampfveranstaltung am 29. August 2026 im Kulturhaus Grimmen (Mecklenburg-Vorpommern). Vor rund 400 Anwesenden nahm er dort Bezug auf den zuvor bekannt gewordenen Fund von Waffen und Munition in einem Wald bei Berlin und erklärte, die Waffen hätten „wahrscheinlich irgendwelche Zigeuner dort verloren, beim Pilzesuchen“. Die Zuhörer im Saal reagierten mit Gelächter und Beifall.
Der Zentralrat ist fassungslos darüber, dass 81 Jahre nach Auschwitz eine gesichert rechtsextreme Partei im Wahlkampf auf zynische Art wieder gegen Sinti und Roma hetzt. Der Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag, Chrupalla, bestätigt einmal mehr das Weltbild seiner Partei, die mit dem Schüren von Angst und dem Verbreiten von Hass gegen Minderheiten, Menschen ausgrenzt und stigmatisiert.
In ihrer Ideologie verharmlosen sie die NS-Verbrechen als „Fliegenschiss“ der deutschen Geschichte. Das antisemitische und antiziganistische Bild der Nazis war völkisch-ideologisch geprägt vom Rassenwahn, der sich auf Menschen in ganz Europa ausgewirkt und zur Ermordung von Millionen Menschen geführt hat.
„In der politischen Auseinandersetzung mit dieser verfassungsfeindlichen Partei geht es heute nicht um Minderheiten“, so der Vorsitzende des Zentralrats, Romani Rose, „sondern um die Sicherung von Demokratie, Rechtstaatlichkeit und Frieden.“ Rose führt weiter aus: „Die AfD ist eine Partei der Spaltung, die das Bild des hässlichen Deutschen in Europa wiederaufleben lässt und damit das Ansehen und die Zukunft unseres Landes in der Welt gefährdet.“