Zentralrat Deutscher Sinti und Roma trauert um Dani Karavan, den politischen Künstler der Erinnerung, des Gedenkens und des Friedens

Dani Karavan bei der Eröffnung des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas am 24. Oktober 2012 in Berlin mit Romani Rose und Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel © Zentralrat Deutscher Sinti und Roma

Dani Karavan setzte sich zeit seines Lebens mit dem Holocaust auseinander.  „Bei unseren vielen Zusammentreffen in Berlin war dies nur selten direkt das Thema, aber sein Engagement für die Menschenrechte, seine Installation „Grundgesetz 1949“ am Bundestagsgebäude Jakob-Kaiser-Haus in Berlin oder die „Straße der Menschenrechte“ in Nürnberg sind Konsequenz aus seine Biographie“, so Rose über seine Gespräche mit Dani Karavan.  „Auch deshalb befürwortete Dani Karavan ein gemeinsames Denkmal für alle NS-Opfer in Berlin.  Vor diesem Hintergrund war es für den Zentralrat Deutscher Sinti und Roma wichtig, daß Dani Karavan dann den direkten Auftrag für das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas von der Bundesregierung erhielt.  Wir Sinti und Roma sind stolz darauf, das unser Denkmal mit dem Namen dieses großen Künstlers verbunden ist.

Dani Karavan, der neben vielen Kunstwerken weltweit auch das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas geschaffen hat, das neben dem Reichstagsgebäude in Berlin an den Holocaust erinnert, starb im Alter von 90 Jahren am 29. Mai in Tel Aviv.  Dani Karavan hat sich noch bis vor wenigen Wochen persönlich für den Schutz des Denkmals engagiert.  In den Gesprächen mit Dani Karavan wurde deutlich, daß für ihn und für den Zentralrat Deutscher Sinti und Roma das Denkmal höchsten moralischen und politischen Stellenwert hat.  Das Denkmal ist für Sinti und Roma in Deutschland und in Europa ein zentraler Ort des Gedenkens, und er ist gleichzeitig ein Ort der Erinnerung an die Verbrechen des Holocaust, dem über 500.000 Sinti und Roma zum Opfer fielen.

Der Schutz und die Bewahrung des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas hat für uns oberste Priorität.  Wir haben hier unsere Verbundenheit aus unserer gemeinsamen Geschichte, unser gemeinsames Schicksal von Juden, Sinti und Roma zusammengebracht, als Künstler der eine, und als Bürgerrechtler und Politiker der andere.  Der Ort, an dem sich das Denkmal mit dem Schwarzen Wasserbecken im Zentrum befindet, darf nicht in Frage gestellt werden, er muß im Sinne des Gedenkens, der Würde des Ortes und in der historischen Verantwortung geschützt werden.“, erklärten bereits im 10. Juli 2020 Dani Karavan und Romani Rose gemeinsam nach einem ausführlichen Gespräch.

Als Dani Karavan nach dem Beschluß der Bundesregierung 1992 vom Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, gebeten wurde, das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas zu gestalten, entwarf er dafür ein in die Stadtlandschaft eingebettetes Gesamtkunstwerk, mit dem schwarzen Wasserbecken im Zentrum.  Eine täglich erneuerte Wildblume steht für das Gedenken an die unzähligen ermordeten Menschen.  Dani Karavan hat auch die Erweiterung des Denkmals um eine Informationsausstellung, die jetzt aktuell realisiert wird, noch gestalterisch mit konzipiert und in das Konzept des Denkmals eingebunden.