Zentralrat Deutscher Sinti und Roma trauert um Mano Höllenreiner

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma trauert um Hermann „Mano“ Höllenreiner. Der Auschwitz-Überlebende ist am Freitag, 16.10.2026, nach langer Krankheit im Kreis seiner Familie in Mühldorf am Inn gestorben. Heute wäre er 93 Jahre alt geworden.

Mano Höllenreiner wurde 1933 in eine Münchner Sinti-Familie geboren. Als Kind wurde er mit seiner Familie nach Auschwitz-Birkenau deportiert, wo der SS-Arzt Josef Mengele grausame Menschenversuche an ihm verübte. Er überlebte das Lager und den Todesmarsch aus Sachsenhausen. Dutzende seiner Angehörigen wurden von den Nationalsozialisten ermordet.

Wie viele Überlebende schwieg er jahrzehntelang über das Erlebte. Später berichtete er als Zeitzeuge, gemeinsam mit seiner Frau Else, über den Holocaust an Sinti und Roma, über den zähen Kampf um Anerkennung und Entschädigung und über die anhaltende Diskriminierung der Minderheit nach 1945. Für sein Engagement wurde er unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats, erklärte: „Mit Mano Höllenreiner verlieren wir einen der letzten Zeitzeugen, die den Holocaust an unserer Minderheit am eigenen Leib erfahren haben. Sein Mut, sein Schweigen zu brechen, hat vielen Menschen die Augen geöffnet. Sein Vermächtnis verpflichtet uns, die Erinnerung wachzuhalten und jeder Form von Antiziganismus entschieden entgegenzutreten.“