Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma trauert um Frieda Larsen

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma trauert um Frieda Larsen (*7.01.1933), geb. Lehing, die am 27.09.2026 verstorben ist.

Frieda Larsen war eine in Hamburg geborene Sintezza. Ihre Familie wurde von den Nationalsozialisten entrechtet und verfolgt; viele ihrer Angehörigen und Freunde wurden 1940 und 1943 vom Hannoverschen Bahnhof nach Belzec und Auschwitz-Birkenau deportiert und ermordet. Ihr Vater musste Zwangsarbeit im Hafen leisten, die Familie lebte in ständiger Angst vor der eigenen Deportation. Dass die Ausgrenzung nach 1945 nahtlos weiterging, hat sie ihr Leben lang klar benannt.

Aus dieser Erfahrung erwuchs ein jahrzehntelanges Engagement. Als Gründungsmitglied der Stiftung Auschwitz-Komitee, als Beirätin des Auschwitz-Komitees und im Landesverein der Sinti in Hamburg gab sie den Ermordeten des Holocaust eine Stimme. Als Zeitzeugin leistete sie unermüdlich Aufklärungsarbeit, und sie setzte sich beharrlich für den Gedenkort und das Dokumentationszentrum Denk.mal Hannoverscher Bahnhof ein, zuletzt noch im Sommer 2026 mit ihrer Unterschrift unter den Appell an den Hamburger Senat.

Mit Frieda Larsen verlieren wir eine der letzten Zeitzeuginnen des Holocaust an den Sinti und Roma und eine aufrechte Streiterin gegen das Vergessen. Ihr Vermächtnis bleibt uns Verpflichtung. Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie und allen, die ihr nahestanden.