Präsident der Internationalen Allianz zum Gedenken an den Holocaust und Botschafter Georges Santer zu Besuch im Dokumentationszentrum

v.l.: Oliver von Mengersen, Leiter des IHRA Komitees Genozid an den Roma; Romani Rose; Georges Santer, Präsident IHRA; Jacques Delfeld, stellv. Vorsitzender des Zentralrates; Romain Butti, Sekretär des Präsidenten IHRA, Heidelberg 2019. Photo : Dokumentationszentrum.

Der Vorsitzende des Zentralrats, Romani Rose, und der stellvertretende Vorsitzende, Jacques Delfeld, empfingen am vergangenen Montag, den 08. Juli 2019, den diesjährigen Präsidenten der Internationalen Allianz zum Gedenken an den Holocaust (IHRA), den luxemburgischen Botschafter Georges Santer zu einem Informationsaustausch.

Die internationale Allianz aus mittlerweile 33 Staaten hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an den Holocaust aufrecht zu erhalten und Forschung und Aufklärung über den NS-Völkermord zu unterstützen und zu fördern. Die Würdigung des Schicksals der Sinti und Roma Europas während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft ist in der Arbeit der IHRA zu einem festen Bestandteil geworden, dem Botschafter Santer großes Interesse entgegenbringt. Um der Bedeutung für das Thema Ausdruck zu geben, wird er an der Gedenkfeier für die ermordeten Sinti und Roma am 2. August im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau teilnehmen. Dieses Jahr jährt sich die Liquidierung des sogenannten „Zigeunerlagers“, bei der über 4000 Sinti und Roma im Gas ermordet wurden, zum 75. Mal.

Auf der kommenden Plenarsitzung der IHRA Anfang Dezember in Luxemburg ist die Präsentation der transportablen Ausstellung des Dokumentationszentrums „Rassendiagnose: Zigeuner“ geplant. Die Delegierten bei der IHRA sollen die Möglichkeit erhalten, sich eingehender mit der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungspolitik gegenüber den Sinti und Roma Europas zu beschäftigen.

Im öffentlichen Bewusstsein, so Romani Rose, sei der Holocaust an der Minderheit noch viel zu wenig verankert. Auch die IHRA könne dazu beitragen, dass auf staatlicher und gesellschaftlicher Ebene das Erinnern auch an diesen Teil der Geschichte mehr Aufmerksamkeit zukommt. Dies habe insbesondere vor der derzeitigen politischen Entwicklung Bedeutung, in der Antiziganismus und Antisemitismus in den nationalen und völkischen Bewegungen an Aktualität gewonnen habe.

Zum Abschluss des Besuchs stand der gemeinsame Besuch der ständigen Ausstellung des Dokumentationszentrums auf der Agenda.