Antiziganismusbeauftragter: Gedenken ist Auftrag für heute und morgen

Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar, dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz, erklärt der Parlamentarische Staatssekretär Michael Brand, Beauftragter der Bundesregierung gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland:

„Wenn wir heute der Millionen Opfer des Nazi-Terrorregimes gedenken, dann erinnern wir an die jüdischen Opfer wie auch die Opfer unter Sinti und Roma und viele andere, die der Nazi- Barbarei zum Opfer fielen.

Dieses Gedenken ist immer mehr als nur historischer Rückblick. Es ist Auftrag für heute und morgen. Das Schicksal der Opfer des Holocausts verpflichtet uns, Verantwortung zu übernehmen und entschlossen für Demokratie sowie und den Schutz von Menschenwürde und Minderheitenrechten einzutreten, und das auch im Alltag.

Auch nach dem Ende des Nazi-Terrors mussten Sinti und Roma in Deutschland fortgesetzte Diskriminierung und Ausgrenzung erdulden. Der aktuelle Anstieg von Antiziganismus und von Hasskriminalität gegenüber Sinti und Roma müssen wir auch als Alarmsignal ernst nehmen, um noch stärker für die Verteidigung unserer offenen Gesellschaft und Demokratie zu kämpfen.

Der 27. Januar mahnt, Lehren aus der Geschichte zu ziehen und überall dort einzuschreiten, wo Menschen ausgegrenzt, bedroht oder gar angegriffen werden. Antisemitismus, Antiziganismus und jede Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit werden wir auch weiter entschieden bekämpfen.“

Das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas laden gemeinsam ein für den 28. Januar um 14 Uhr am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas (Simsonweg, 10557 Berlin), um dort an die 500.000 ermordeten Sinti und Roma Europas und alle anderen Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern.

Parlamentarischer Staatssekretär Michael Brand, der Beauftragte der Bundesregierung gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland, wird aus diesem Anlass eine kurze Ansprache halten und für die Bundesregierung einen Kranz für die Opfer niederlegen.