Aus der Praxis lernen – bundesweit gegen Antiziganismus!

Bericht der Konferenz "EVERY DAY IS ROMADAY! – Dialog mit Politik, Behörden und Bildungseinrichtungen in Deutschland"

Unter diesem Motto veranstaltete das Bündnis für Solidarität mit den Sinti und Roma Europas am heutigen Mittwoch in Berlin die Konferenz »Every Day is Romaday! Dialog mit Politik, Behörden und Bildungseinrichtungen in Deutschland«.

Welche Strategien zur gleichberechtigten Teilhabe von Sinti und von Roma funktionieren und wo gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten? Anlässlich des fünften Jahrestags der Einweihung des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas wurde bei der Fachkonferenz hierzu ein Fazit gezogen.

Etwa 250 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus der ganzen Bundesrepublik kamen in Berlin zusammen, um bestehende Kontroversen zu diskutieren und neue Kooperationen in den Bereichen Arbeitsmarkt, Bildung, Antidiskriminierung, Soziale Lage/Wohnsituation, Kultur, Bleiberecht, Migration und internationale Projekte zu verabreden.

Im Vorbereitungsprozess wurden zusammen mit den Kommunen und regionalen Roma- und Sinti-Organisationen vier Landesfachtage, 26 Symposien und etwa 40 Jugendworkshops im gesamten Bundesgebiet durchgeführt. 

Darüber hinaus haben die Bündnispartner und Bündnispartnerinnen gemeinsam mit den Aktiven aus den Bundesländern eine Abschlusserklärung mit Handlungsempfehlungen zur Überwindung des Antiziganismus und zur Förderung der Gleichstellung von Roma und Sinti in Deutschland entwickelt. Diese soll einer neu gebildeten Bundesregierung zum Start der Legislaturperiode mit auf den Weg gegeben werden.

Das Bündnis für Solidarität mit den Sinti und Roma Europas und die Aktiven aus den Bundesländern fordern

> Die Bildung eines Expertenkreises »Antiziganismus«, Maßnahmen zur Überwindung des institutionellen Antiziganismus und die Anerkennung von Antiziganismus als Asylgrund,  

> Die Bereitstellung eines Fonds für die Qualifizierung und Beschäftigung von Roma und Sinti im Bildungsbereich,

> die Bereitstellung ausreichender Mittel für die Kommunen und die politische Unterstützung der Integration von Eingewanderten mit Romno-Hintergrund auf allen Ebenen.

Grußworte wurden unter anderem gehalten von Dr. Katarina Barley, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Daniel Strauß, Bundesarbeitsgemeinschaft RomnoKher, Michael Roth MdB, Staatsminister im Auswärtigen Amt. In einer abschließenden Diskussion diskutierten Staatssekretärin Sawsan Chebli, Staatssekretärin Serap Güler, Daniel Strauß (Arbeitsgemeinschaft RomnoKher) und Hamze Bytyci (RomaTrial e. V).

Weitere Details unter www.5jahreromadenkmal.de und www.romaday.org

Die Konferenz »Every Day is Romaday! Dialog mit Politik, Behörden und Bildungseinrichtungen in Deutschland« wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“. Mit Unterstützung der Freudenberg Stiftung und der Theresia-Zander-Stiftung. Sie wird vom Bündnis für Solidarität mit den Sinti und Roma Europas veranstaltet, das 2015 durch RomaTrial e. V. sowie die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas initiiert wurde.

Verwandte Themen und Beiträge:

Verwandte Veranstaltungen:

Mittwoch 22 Nov 2017
Fachkonferenz »Every Day is Romaday!« Dialog mit Politik, Behörden und Bildungseinrichtungen in Deutschland
Parochialkirche
Klosterstraße 67, Berlin